{"id":305,"date":"2016-12-13T08:42:41","date_gmt":"2016-12-13T07:42:41","guid":{"rendered":"http:\/\/holzverbindet.at\/?p=305"},"modified":"2017-11-17T07:41:57","modified_gmt":"2017-11-17T06:41:57","slug":"schwerpunktthema-brandschutz-im-schweizer-holzbau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/holzverbindet.at\/index.php\/2016\/12\/13\/schwerpunktthema-brandschutz-im-schweizer-holzbau\/","title":{"rendered":"Schwerpunktthema: Brandschutz im Schweizer Holzbau"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_309\" aria-describedby=\"caption-attachment-309\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-309 size-medium\" src=\"http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation-600x172.jpg\" alt=\"lignum_dokumentation\" width=\"600\" height=\"172\" srcset=\"http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation-600x172.jpg 600w, http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation-260x75.jpg 260w, http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation-768x221.jpg 768w, http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation-1024x294.jpg 1024w, http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/lignum_dokumentation.jpg 1044w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-309\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: Lignum-Dokumentation &#8222;Brandschutz im Holzbau&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p1\">Es brennt! Es brennt! freuen sich jene Menschen, die 2003 im th\u00fcringischen Ort Merkers aus sicherer Distanz die brennende Fassade eines Hauses beobachten. Zum Gl\u00fcck ist der viergeschossige Plattenbau nicht bewohnt. Die Feuerwehr greift nicht ein. Eine \u00dcbung im Dienste der Forschung mit internationaler Beteiligung aus der Schweiz, \u00d6sterreich, Deutschland und Finnland. Unter den Experten ist auch Dipl. Holzbauingenieur Reinhard Wiederkehr. Licht ins Dunkel bringen wollen die Wissenschaftler, ob Holzfassaden \u00fcber mehrere Stockwerke \u00fcberhaupt den Anforderungen der Brandschutzbeh\u00f6rde gen\u00fcgen. Die Vorgabe: Vor dem L\u00f6schangriff der Feuerwehr darf es oberhalb der Brandetage nicht zu einer Ausbreitung \u00fcber mehr als zwei Geschosse kommen.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00dcber 30 Br\u00e4nde wurden versuchsweise inner- und au\u00dferhalb eines Geb\u00e4udes gelegt, mit dem Ziel, mehr \u00fcber Material- und Bauteileigenschaften zu erfahren, was wiederum in Richtlinien f\u00fcr brandsichere Konstruktionen einfloss. Ein Versuch galt der Frage: Wie reagiert die Holzau\u00dfenwand, wenn sich im Geb\u00e4udeinnern ein Feuer ausbreitet? \u00dcberraschend war, so die Messergebnisse, dass bei einer Hitze von 250-300 Grad Celsius brennbare Gase austreten, was zu einer Verkohlung der Holzoberfl\u00e4che f\u00fchrt. Diese verkohlten Holzfasern, also Kohlenstoff, brennen aber erst bei 1.000 Grad Celsius, sodass diese Hitze sich im Au\u00dfenraum kaum entwickeln kann. Somit wirkt verkohltes Holz als Brandschutz.<\/p>\n<p class=\"p1\">Nach diesen Versuchen stellte der Holzbauingenieur Wiederkehr n\u00fcchtern fest: \u00abDie Architektur w\u00fcnscht eigentlich bei Holzbauten auch h\u00f6lzerne Au\u00dfenw\u00e4nde, und das Brandverhalten im gro\u00dfen Ma\u00dfstab eins zu eins war nie so richtig klar. Hier ging man eigentlich von falschen Vorurteilen aus unter dem Motto, wenn eine Holzfassade brennt, hat man ein flammendes Inferno \u00fcber mehrere Geschosse.\u00bb (NZZ) Die Erkenntnis, dass &#8211; mit wenigen Ausnahmen &#8211; dem nicht so ist, f\u00fchrte zu neuen Brandschutzvorschriften und damit auch zu einer Renaissance im mehrgeschossigen Holzbau.<\/p>\n<p class=\"p1\">In seinem Vortrag, mit dem ambivalenten Titel: \u201eHolzbau \u2013 brennt \u2013 sicher\u201c wird der Brandschutzexperte Reinhard Wiederkehr die Vorteile des Baustoffs Holz in mehrgeschossigen Holz-Bauwerken als kalkulierbare Gr\u00f6\u00dfe im vorbeugenden baulichen Brandschutz herausarbeiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_306\" aria-describedby=\"caption-attachment-306\" style=\"width: 497px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-306 size-full\" src=\"http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/wiederkehr.jpg\" alt=\"Reinhard Wiederkehr\" width=\"497\" height=\"331\" srcset=\"http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/wiederkehr.jpg 497w, http:\/\/holzverbindet.at\/wp-content\/uploads\/wiederkehr-260x173.jpg 260w\" sizes=\"(max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-306\" class=\"wp-caption-text\">Dipl.-Ing. Reinhard Wiederkehr, Makiol Wiederkehr AG<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"p1\">Zur Person Reinhard Wiederkehr:<br \/>\nNach seiner Zimmermannslehre schloss er zwei Studien an der Berner Fachhochschule in Biel an, die ihn zum diplomierten Zimmermeister und zum Dipl. Holzbau-Ing. graduierten. Anschlie\u00dfend gr\u00fcndete er mit seinem Studentenkollegen Peter Makiol das Holzbau-Ingenieurb\u00fcro Makiol + Wiederkehr. Hier gilt sein Interesse vor allem dem mehrgeschossigen Holzbau mit besonderem Augenmerk auf den Brandschutz. Deshalb wird auch seine Fachkompetenz in der Praxis und der Lehre sehr gesch\u00e4tzt. Als leitender Autor der Lignum-Dokumentation &#8222;Brandschutz im Holzbau&#8220;, als Lehrbeauftragter an der Berner Fachhochschule, als Pr\u00fcfer von Brandschutzfachleuten der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen usw. Er engagiert sich laufend bei wegweisenden Pilotprojekten im Holzbau, in verschiedenen Branchengremien und Fachkommissionen sowohl in seinem Heimatland als auch auf europ\u00e4ischer Ebene.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es brennt! Es brennt! freuen sich jene Menschen, die 2003 im th\u00fcringischen Ort Merkers aus sicherer Distanz die brennende Fassade eines Hauses beobachten. Zum Gl\u00fcck ist der viergeschossige Plattenbau nicht bewohnt. Die Feuerwehr greift nicht ein. Eine \u00dcbung im Dienste der Forschung mit internationaler Beteiligung aus der Schweiz, \u00d6sterreich, Deutschland und Finnland. 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